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Tragebilder

Traglinge

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…in Tunesien

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…von der Cousine

getragen

 

Tragling

 

2007_08052007Juli0066.JPG Warum der Mensch ein Tragling ist Debby_flyer.JPG

Die Fakten

Bis 1970 gab es nur 2 Bezeichnungen für die Nachkommenschaft von Mensch und Tier, den Nesthocker und den Nestflüchter.

Die Unreife der Nesthocker, die Blindheit, Taubheit, Nacktheit und Unfähigkeit, eigene Körpertemperatur zu halten, macht den Nesthocker unfähig, das Nest zu verlassen, er ist angewiesen auf lange sättigende Nahrung und kann von seinen Eltern über längere Zeit allein gelassen werden, ohne dabei einen Ton verlauten zu lassen.

Der Nestflüchter dagegen ist sehr früh in der Lage, seiner Mutter zu folgen, denn seine Sinnesorgane sind voll ausgebildet, seine Körpertemperatur ist stabil und er muss ständigen Kontakt zu seiner nährenden Mutter haben, wird er verlassen, fängt er an, seine Mutter zu suchen und zu rufen.

 

Wie man unschwer erkennen kann, passt der Mensch mit seinem zwar anfangs nur teilweise gut ausgebildeten Sehvermögen, seinem Hörvermögen, seinem ständigen Bedürfnis nach Nähe und Körperkontakt und seiner Unfähigkeit, seiner nährenden Mutter zu folgen weder in die eine, noch in die andere Kategorie.

Aus diesem Grund benannte Prof. Bernhard Hassenstein 1970 erstmalig den Jungentypus „Tragling“ der nicht nur auf den Menschen zutraf, sondern auch auf diverse andere Lebewesen aus der Tierwelt, die ihren Nachwuchs Tragen, wie z.B. die Affen.

 

Der Mensch ist ein passiver Tragling weil er nicht ohne Unterstützung des Tragenden am Körper bleiben kann. Der menschliche Säugling verfügt jedoch über eine Reihe von Reflexen, die das Getragenwerden unterstützen. So kann man z.B. wenn man einen Säugling aufnimmt, beobachten, wie er die Beine anhockt und abspreizt, um so dem natürlichen Instinkt, auf der Hüfte des Erwachsenen zu reiten zu folgen. Macht dieser unverhoffte, heftige Bewegungen, presst der Säugling seine Oberschenkel an den Leib und fasst mit seinen Händen in die Kleidung des Tragenden, um so das Getragenwerden aktiv zu unterstützen.

 

 

Aspekte PRO Tragen

Getragen werden bedeutet, am Körper des Erwachsenen zu reifen.

 

Für die Psyche bedeutet das:

·        Anhaltende Bestätigung des Erwachsenen durch seine immerwährende Präsenz – das Kind leidet keine Verlassenheitsängste

·        Das Kind erfährt Geborgenheit, dadurch, das direkt und unmittelbar auf seine Bedürfnisse reagiert und eingegangen werden kann

·        Das Kind ist anderen, sich nähernden Menschen nicht ausgeliefert, es kann sich beim Tragenden zurückziehen und somit Sicherheit erfahren

·        Ernst genommen zu werden, was für das Selbstbewusstsein und –werden wichtig ist

 

Für den Körper bedeutet das:

·        Das Nervensystem wird angeregt

·        Der Gleichgewichtssinn wird angeregt

·        Die Sinneswahrnehmung wird geschult

·        Der Stoffwechsel wird angeregt

·        Durch die Bewegung können Beschwerden, wie z.B. Koliken gelindert werden

·        Die Atmung wird positiv stimuliert

·        Die kindliche Wirbelsäule wird unterstützt

·        Die kindliche Hüfte wird in der Reifung unterstützt

 

Getragen werden bedeutet, auf das Leben vorbereitet zu werden.

Das Kind darf immer unmittelbar erfahren, was um es herum geschieht. Es ist immer mitten im Geschehen, aber nicht der Mittelpunkt. Es wird von Anfang an in die Erwachsenenwelt integriert, kann die täglichen Aktivitäten aus der Perspektive eines Erwachsenen beobachten und wird mit diesem vertraut. Getragene Babys haben die einmalige Gelegenheit, die Welt der Erwachsenen passiv kennen zu lernen und profitieren von diesen Erfahrungen auch später noch.

 

Getragenwerden bedeutet für den Tragenden mehr Bewegungsspielraum:

·        Wanderwege werden passierbar

·        Treppen sind kein Hindernis mehr, man ist nicht auf einen Aufzug angewiesen

·        Man muss Tätigkeiten nicht unterbrechen, weil das Baby in der Wiege weint

·        Man hat beide Hände frei

·        Man kann auch ein Geschwisterkind betreuen, ohne den Säugling abzulegen

·        Etc..

 

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